Ankunft in Kappadokien

Höhlenwohnungen und Feenkamine

haben mich magisch angezogen, nachdem ich davon einige Bilder in der Flimmerkiste gesehen habe. Da will ich mir selbst ein paar Bilder machen. Weitere gibt es hier demnächst zu sehen.
Also bin ich zu Susanne und Michael nach Kappadokien geflogen.

Susanne und Michael leben seit einigen Jahren in Avanos, einer Kleinstadt in Anatolien mit einer langen Töpfertradition – selbst ganz wunderbar klingende Musikinstrumente werden hier heute hergestellt.
Pegasus Airlines hat mich schnell und sicher von Köln-Bonn über Istanbul-Gökcen nach Kayseri in Anatolien gebracht. Morgens um 02:00 Uhr ging es in Köln-Bonn los, um 10:00 war ich schon in Kayseri – ganz ohne Probleme.

Sicher in Kayseri gelandet
In Kayseri gelandet

Einen Schreck bekomme allerdings, als mein Koffer nicht wie erwartet auf dem Gepäckband liegt. Doch das war schnell geklärt, denn er ist – da direkt von Köln nach Kayseri gefolgen – im internationalen Terminal angekommen. Nach wenigen Schritten über das Flugfeld kann ich dann auch meinen Koffer mit dem restlichen Fotoequipment in Empfang nehmen.

Dann geht es ab durch den Zoll und nach draußen in die warme Luft – ein Genuß nach den kalten Temeperaturen in Köln – und erstmal einen Blick auf die umliegenden Berge Anatoliens geworfen, die hier vom imposanten Erciyes Dağı beherrscht werden, einem erloschenen Vulkan.

 

Warme Luft und gelbe Taxis
Warme Luft und gelbe Taxis

Doch wo ist mein Shuttle Service. Ich bin da und niemand mit meinem Namensschild, der mich nach Avanos bringt. So ein Sch… – doch Moment, ich bin in der Türkei, da geht alles mit Geduld. Ich will micht gerade auf meinen Koffer setzen, da sehe ich auch schon das ersehnte Schild mit meinem Namen drauf heranlaufen.

Klasse, der Transfer in Kappadokien verläuft wie am Schnürchen. Mein Fahrer ist ein Profi. Er schlängelt sich mit seinem neuen Mercedes Vito ohne Mühe durch den dichten Verkehr, in dem so mancher Fahrer nach höheren Weihen und auf die Rennstrecken dieser Welt strebt. Wir fahren flott über die Autobahn, doch wir werden noch flotter überholt – selbst auf der ganz rechten vierten Spur einer dreispurigen Autobahn (heißt in Deutschland Standstreifen, glaube ich…). Welch ein Potential vergeben wir da nur auf unseren schönen vollen Autobahnen in Mitteleuropa und besonders rund um Köln;-).

Slalomrennen in Kappadokien
Slalomrennen in Kappadokien

Um 12:00 Uhr werde ich am Otogar in Avanos abgeliefert und von Michael mit seinem roten Pickup in Empfang genommen. Noch schnell meinen Rucksack mit den Kameras aus dem Vito geholt, bevor die Klappe zu geht (puuh, nochmal gut gegangen…) und dem Fahrer 20 türkische Lira (etwa 10 Euro) für den Transfer gegeben – ein wahres Schnäppchen für die 70 km vom Flughafen nach Avanos; die Taxifahrer vom Kölner Flughafen würden das Heulen kriegen.

Nach einem ersten Hallo mit Michael, geht es dann auch schon los im roten Pickup mit Hannoveraner Kennzeichen – wohl das Einzige in Avanos. In schneller Fahrt geht es durch die Stadt, links und rechts ziehen mediterrane Häuser vorbei (ist das wirklich Türkei….?), über den roten Fluss hinweg, der seit einigen Monaten so grün und klar ist, dass selbst Forellen darin schwimmen. Ein Stausee macht es möglich und all der Ton lagert sich nun dort ab, wahrscheinlich wird er in einigen Jahren der rote See genannt.

In Avanos haben Susanne un Michael ein wunderschönes Höhlenhaus restauriert und stellen es ihren Gästen zur Verfügung. Darin gibt es drei liebevoll eingerichtete Zimmer für jeweils zwei Personen und einen wunderschönen Gemeinschaftsraum, der in den Fels hineingeschlagen ist und einem eindrucksvollen Gewölbe aus Tuffstein – hier gibt es auch das leckere Frühstück am Morgen und ein lecker kühles Efes am Abend nach den Wanderungen durch die manchmal doch staubige Landschaft.

Nach meine Ankunft habe ich erst mal mein Turmzimmer mit Blick über den Kızılırmak, der mit 1.355 km immerhin der längste Fluss der Türkei ist, in Besitz genommen, mich von der doch etwas anstrengenden Anreise erholt – und etwas Augenpflege gemacht.

Der erste Blick über Avanos
Der erste Blick über Avanos

Am Abend gehe ich dann die Stadt erkunden – natürlich auf der Suche nach einem türkischen Restaurant mit leckeren Speisen, das ich dann auch bald in der Nähe des Hauptplatzes mit dem Töpferdenkmal entdecke.

Das Restaurant liegt am nördlichen Ende des Platzes wo die Edip Akbayram Sokak den Platz verlässt. Am einfachsten ist es zu finden, wenn man über die Hängebrücke bei der Moschee über den Fluss geht und einfach weiter gerade aus geht; das Denkmal linker Hand liegen lässt. Rechter Hand kommt dann eine Ladenzeile mit einer Apotheke (rotes E). Dann liegt das Restaurant direkt vor einem. Es hat im ersten Stock einen wunderschönen Balkon mit Blick auf die sich am dunklen Abendhimmel beleuchtet abzeichnende Moschee und den Fluss mit der blau beleuchteten Hängebrücke, über die in der kühlen Abendluft besonders viele Menschen zum Park auf der anderen Flussseite flanieren und dort ein Picknick machen (fast wie in den Poller Wiesen in Köln).

Abendgewitter über Avanos
Abendgewitter über Avanos

Bei den leckeren Adana Kebap mit kleinen grünen und sehr scharfen Peperoni (zum Glück gibt es Brot und hervorragenden Ayran) genieße ich den Blick in die warme Abendluft und schaue den dunklen Wolken auf der anderen Seite des Flusses zu, die sich dort zusammenbrauen und aus denen wilde Blitze herauszucken. Der Wind wird heftig, doch die Wolken halten sich geschlossen (war nicht immer so in den 8 Tagen wie ich und meine beiden Kameras feststellen mussten).

Nach einem abschließenden türkischen Kaffee (mit ein wenig Zucker) schlendre ich dann am Fluss entlang zu meinem neuen zu Hause. Dabei passe ich schön auf, dass sich auch den richtigen Abzweig hinter der Kirkit Pension nehme, die mich auf direktem Weg in mein Turmzimmer führt. Ich will schnell noch ein wenig schlafen, denn um 04:20 Uhr  wird der Muezzin einen ersten Weckversuch unternehmen (der ihm in dieser Nacht allerdings nicht gelingen wird :-).

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